The Wizarding World of Harry Potter....
- sibelakin
- 20. Apr. 2022
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Feb. 2023

Wer kennt nicht das Gefühl, Fan von einem Film,Buch, Fussballverein oder einer Band zu sein? Als 1997 der erste Band "Harry Potter und der Stein der Weisen erschien, war meine Tochter noch lange nicht geboren, aber auch nach 25 Jahren begeistern sich die Kinder und Jugendlichen weiterhin für die zauberhafte Welt des Jungen mit der Narbe auf der Stirn. Irgendwann wurden zu Hause alle Bücher verschlungen und jeder Film mehrfach gesehen und plötzlich tauchte die Idee auf: Mama, ich will mal an die Drehorte fahren!
Ich fand die Idee großartig, weil ich schon lange vor meiner Tochter alle Bücher verschlungen hatte, nur mein großes Problem waren 2 Dinge: der englische Linksverkehr und das Wetter auf der Insel!
Für die Planung der Reise fiel also die Autofahrt nach Großbritannien aus und der Zeitraum im April 2022 mit jeder Wetteroption liess sich nicht mehr ändern, so dass ich einen ganzen Koffer voller Jacken, Mützen, Regenschirme und wetterfesten Schuhen mitnehmen musste/durfte/konnte/wollte.
Wir haben uns für die bequeme Variante des Fluges nach London entschieden, wo wir die Reise beginnen wollten. Immernoch mit FFPS Maske im Gesicht landeten wir in Stansted und beim ersten Schritt aus dem Terminal dachte ich noch:"Oh 13 Grad und Sonnenschein?!"...in rasantem Tempo ging's nach Charing Cross wo sich das Clermont Hotel befand, Taschen rauf aufs Bett und sofort weiter nach Greenwich.

Ich wollte meiner Tochter den Null Meridian zeigen, weil es vor den Ferien in der Schule Thema war also nichts mit Harry Potter zu tun hatte, aber als Mutter hat man ja Bildungsauftrag.. Mit der Underground ging es zügig zur Themse und dann per Fähre einmal auf die andere Seite. Der Meridian befindet sich im Greenwich Park auf einem Hügel am Royal Observatory. Einmal durch den Park schlendert, ging es steilauf nach oben um dann um 17:05 Uhr festzustellen, dass LEIDER um 17 Uhr die Besichtigung geschlossen wurde.

Bisschen traurig haben wir uns also auf die Wiese des Hügels gefläzt und festgestellt, dass es hier oben gar nicht so schlecht ist: wenig Touristen und dafür ein Wahnsinns Ausblick auf die Skyline von London! Das war Entschädigung pur!Bei klarer Sicht konnten wir hier oben ohne Wolken The Share bewundern, wie es sich rasierklingenscharf in den Himmel reckt.
Rasierklingenscharf haben wir dann am nächsten Morgen auch um 10 Uhr den Startpunkt unserer ersten Besichtigungstour verteilt, selbst die Londoner wussten nicht wo sich der Southwark View Point befinden sollte und so hetzten wir in letzter Sekunde unserem Tourguide hinterher, die wir am ersten Drehort ,nämlich dem tropfenden Kessel fanden!

Was ein Glück, denn wir standen mitten in Borough Market, einem ganz schnuckeligen überdachten Lebensmittelmarkt. Und genau hier , heute ein Tacho Laden ,wurden Aufnahmen des tropfenden Kessels gedreht.
Von aussen schnell ein Schnappschuss und zügig weiter in Richtung Fähranlegesstelle an der Themse um per Boot bis Embankemnt zu fahren. Um wenigstens ein wenig Tourenprogramm zu erhaschen gab es eine schöne Sicht bei klarem Wetter auf die Tower Bridge und den Tower of London. Mit der Fähre sind wir unter der Millennium Bridge durchgefahren, die im sechsten Film zu sehen ist und von den Tod-Essern zerstört wird. Das Ding musste doch nach Eröffnung sofort wieder geschlossen werden, weil man erst nach Fertigstellung bemerkt hat, wie wackelig die ganze Konstruktion am Ende doch ist....
Weiter im Schritt vorbei am Eingang zum Zaubereiministerium ging es zur Inspirationsquelle für die "Nokturngasse"- bei allen anständigen Zauberern verufenen Seitenstrasse zur Winkelgasse...Angekommen trabte doch kurz Eckhardt von Hirschhausen vorbei und amüsierte sich köstlich mit seinen Kindern über uns Potter-Maniacs,die wir uns natürlich wie verrückt freuten, in der Straße so vieles zu entdecken, was wir aus den Filmen kannten!

Die Tour endete für mich zeitig genug, so dass ich beschloss: wir müssen und dürfen EINEN Punkt in London nicht auslassen, der ein MUST ist für Potter-Fans...Ab mit der Underground zum Bahnhof Kings Cross und angekommen war ich dann doch ziemlich irritiert: ich war bereits vor Jahren hier und damals befand sich zwischen Gleis 9 und Gleis 10 am echten Bahnsteig, die Plattform 9 3/4...aber weit gefehlt! Nun stellt man sich in eine lange Schlange vor einem Souvenirshop für Fan Artikel an um dann im Bahnhofsgebäude selbst einmal für ein paar Sekunden mit Kofferwagen, Zauberstab und natürlich dem passenden Fan-Schal einmal mit Anlauf so zu tun, als würde man durch die Wand fliegen...absolut nachvollziehbar, dass der Ansturm auf den Gleisen nicht tragbar war auf lange Sicht und sicher eine gute Lösung, ich fand es dennoch schade
Den Tag haben wir dann aber noch ausklingen lassen mit einem Besuch im besten Naturkundemuseum der Welt..Wer Zeit hat und nicht die typischen Touristen Programme abarbeiten will, der fährt nach South Kensington und sieht sich nicht satt an Dinosaurier-Exponaten, Fossilien und der größten Meteoritensammlung der Welt. Ich glaube, es gibt nicht einen Londonbesuch ( und ich war schon oft in London), an dem ich dieses Museum nicht besucht habe. Sehr sehr empfehlenswert! Null Harry Potter, aber immer ein Muss!
Für den nächsten Tag stand der Besuch der Warner Brother Filmstudios an und das ist wahrlich das Mekka für jeden Harry Potter Fan. Empfehlenswert ist die Fahrt mit organisiertem Bustransfer von und zurück nach London. Wir hatten Glück, dass der Einlass zügig ging und dann tauchten wir ein in so viele Filmsets und Requisiten aus den Filmen, dass wir wie hysterische Mädchen immer nur riefen: guck mal da, das ist doch aus Teil so und so...ob die Winkelgasse, ob die Gringots Bank, Kleidungsstücke, Bilder ach eine schier unendliche Flut an Requisiten wird ausgestellt und das Highlight war der Besenflug im virtuellen Setting.

Natürlich haben wir Butterbier getrunken , aber nein: das ist nichts für uns, dieser vanillig süsse Geschmack hat mich und meine Tochter an zerlassene Butter erinnert. Ich hab es 2 englischen Jungs, die sich tierisch gefreut haben, weitergereicht...so verschieden sind Geschmäcker...Zwar kurz gefasst, aber diese Filmstudios sind ein Tag füllendes Programm und auch trotz teurem Eintritt ohne Diskussion sehenswert!
Am nächsten Tag ging es gepackt per Bahn weiter nach Oxford, denn auch dort gibt es zahlreiche Drehorte der Harry Potter Filme zu bewundern. Völlig angetan vom frühlingshaften Wetter ging es mit Guide und Bubble Tea ins Christ Church College. Hier wurden einige Szenen gedreht, unter anderem ist hier die Treppe auf der Professor McGonagall Harry Potter das erste Mal in Hogwarts begrüßt oder auch der Speisesaal des College, der als Vorlage für die Filme diente. Sehr schön fand ich den Besuch der alten Eiche im Innenhof des New College. Der Baum diente als Drehort für die Szene, wenn Moody Malfoy in ein Frettchen verwandelt.
Oxford, und das war mir dann im Nachhinein doch klar, hat unglaublich viel Potenzial als Drehort aufgrund der imposanten alten Universitätsgebäude, das Muss wahrlich ein Fundus für die die Filmemacher gewesen sein, sich durch die Stadt zu bewegen!
Wir zogen dann per Flug und langer Busfahrt weiter um in die Western Scottish Higlands weiterzuziehen um den persönlich wichtigsten aber stressigsten Programmpunkt zu erleben...
Jeder Harry Potter Fan weiß, wovon ich spreche – dem Hogwarts Express in den Verfilmungen von J.K. Rowlings Büchern, der die Zauberschüler um Harry Potter jeden Herbst in die Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei bringt. Ihr habt zwar leider nicht die Möglichkeit, zur Zauberschule zu fahren, dafür könnt ihr aber eine zauberhafte Fahrt in genau der Eisenbahn erleben, die in den berühmten Filmen zu sehen ist.Der Jacobite, der in den Harry-Potter Filmen als Hogwarts Express zu sehen ist, ist seit 1985 in Schottland auf der Strecke zwischen Fort William und Mallaig unterwegs, damals noch unter dem Namen „The West Highlander“. Die Strecke ist wirklich atemberaubend, daher lohnt sich die Fahrt definitiv auch für die Harry-Potter-Muffel unter euch. Startbahnhof ist Fort William, ganz in der Nähe von Ben Nevis, dem höchsten Berg in ganz Großbritannien.

Stressig war dieser Teil, denn großes Problem: wir hatten keine Zugtickets mehr online im Vorfeld kaufen können! Egal zu welchem Preis, aber die Tickets sind schon Monate im voraus vergriffen und so hiess es: wenn Sie morgens sich anstellen und Glück haben, dann können sie vielleicht beim Zugpersonal noch Resttickets erwerben.Ich bin morgens um 7 Uhr zum Bahnhof getigert um mich in eine zum Glück kurze Warteschlange für 2 Stunden einzureihen und siehe da: wir hatten Glück denn kurz nach meinem Ticketkauf hiess es für meisten Wartenden : Sorry, there are no Tickets availabe for today!
Allein den beeindruckenden Zug das erste Mal zu sehen, lässt einem einen kleinen Schauer über den Rücken laufen. Als ich das erste Mal vor der großen, schwarzen Lok stand, habe ich für einen kurzen Moment gedacht, ich würde wirklich an Gleis 9 3/4stehen: Die Lok sieht tatsächlich genauso aus, wie in den Filmen. Auch die roten Waggons, die dahinter aufgereiht sind, machen die Harry Potter Erfahrung noch realer, genauso wie der dichte weiße Dampf und das laute Zischen zwischendurch.
In den extra eingerichteten Waggons sieht es original wie im Hogwarts Express aus, ich habe aber leider vergebens auf den Imbisswagen mit Schokofröschen und Bertie Botts Bohnen gewartet.

Wenn die Eisenbahn nach kurzem Pfeifen losfährt, geht es immer an der beeindruckenden Meeresbucht Loch Eil entlang – also kümmert euch unbedingt um einen Fensterplatz! Ab dem Ende von Loch Eil wird es spannend für die Harry Potter Fans, das nächste Highlight kurz vor dem Bahnhof in Glenfinnan ist das Glenfinnan Viadukt, der wohl bekannteste und berühmteste Teil auf der Strecke des Hogwarts-Express – haltet also eure Handys und Kameras bereit. Wenn ihr Glück habt und die Zeit es erlaubt, hält der Zug sogar mitten auf der Talbrücke.
Mit dem für mich persönlich besten Schnappschuss der Reise auf der Glennfinnan Viadukt war die Reise am Ende perfekt! Am Fusse des Viaduktes stehen hunderte Leute, die sich den vorbeifahrenden Zug ansehen,ein imposantes Bild!
Ehe wir die Heimreise antraten, haben wir noch einen kurzen Abstecher nach Edinburgh gemacht um J.K. Rowlings Handabdrücke in den Edinburgh City Chambers zu bewundern, die vielen Cafészu sehen, in denen sie gesessen hat um zu schreiben und natürlich standen wir stilsicher mit dem sprechenden Hut vor dem Balmoral Hotel, wo Frau Rowling im Zimmer 552 sich eine ganze Zeit eingemietet hat um die Buchreihe zu beenden.
Erst eigenartig, aber dann doch fasziniert, war ich vom Besuch des Friedhof Greyfriars Kirkyard.
Auf dem Friedhof fand J.K. Rowling einige Namen, die sie für die Harry Potter Bücher verwendete. So liegt hier ein gewisser William McGonagall. Der britische Dichter war Namensgeber für Professor McGonagall, Lehrerin für das Fach Verwandlungen und Hauslehrerin von Gryffindor. Außerdem findet man das Grab von Tom Riddle bzw. von Thomas Riddell auf dem Friedhof. Wenn du das Gelände betrittst, läufst du am besten links an der kleinen Kirche vorbei in den hinteren Teil des Friedhofs. Dort findest du die beiden Gräber. Das Grab von Lord Voldemord aka Tom Riddle ist sogar bei Google Maps eingetragen. Mit einem Kampf gegen den Lord endete unsere Reise!
Was bleibt am Ende zu sagen? Fan zu sein, hat manchmal etwas sehr eigenbrödlerisches aber bei dieser Reise haben wir so viele Fans kennengelernt dass man seinen eigenen Zustand am Ende doch als völlig "normal "empfand. Ich wollte meiner Tochter den Wunsch erfüllen und habe am Ende mit einem ehrlichen "Danke Mama" gewusst, dass sie genauso viel Freude hatte wie ich...Als wir in Berlin wieder gelandet sind, meinte sie so schön: "und jetzt noch Hermine Granger treffen und alles wäre perfekt"...tja evtl geht das ja mal in Erfüllung?!

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